Ehepartner maximal begünstigen

Auch Ehepaare, die sich finanziell 100 Prozent gegenseitig absichern wollen, müssen dazu weitere Vorkehrungen treffen. Mit einem Ehevertrag oder einem Testament können Sie Ihren Partner optimal begünstigen.

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„Nach meinem Tod soll alles dir gehören“. Viele Ehepaare wünschen sich dies für den überlebenden Ehepartner. Doch unser Erbrecht lässt es nicht ohne Weiteres zu, dass das gesamte Vermögen eines Ehepaares einfach auf den überlebenden Partner übergeht, wenn Kinder, Enkel oder die eigenen Eltern noch leben. Denn Ihr Erbanspruch ist grundsätzlich pflichtteilgeschützt.

Ehe begründet Vermögensgemeinschaft

Wer heiratet, bildet mit dem Partner eine Vermögensgemeinschaft. Sofern das Ehepaar nicht anderes ehevertraglich vereinbart hat, untersteht seine Gemeinschaft dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Das Vermögen des Paares ist in vier Güttermassen aufgeteilt: Eigengut der Frau, Eigengut des Mannes sowie Errungenschaft der Frau und Errungenschaft des Mannes. Als Eigengut werden Güter bezeichnet, die man in die Ehe eingebracht hat, während der Ehe erbt oder als Geschenk erhält. Zudem gehören persönliche Gegenstände zum Eigengut. Die Eigengüter bleiben  im alleinigen Eigentum des betreffenden Ehepartners.

Zur Errungenschaft gehören anderseits alle Vermögenswerte, welche die Ehepartner während Ihrer Ehe erwirtschaften (z.B. Erwerbseinkommen). Dazu zählen unter anderem auch Leistungen der Sozialversicherungen (AHV, Pensionskasse) sowie Erträge des Eigengutes. Die Errungenschaft wird ohne anderslautende Vereinbarungen sowohl bei Scheidung als auch im Todesfall je zur Hälfte geteilt. Ohne Ehevertrag fällt im Todesfall also die Hälfte der Errungenschaft an den überlebenden Ehepartner und die andere Hälfte in den Nachlass des Verstorbenen. In einem Ehevertrag kann das Ehepaar aber vereinbaren, dass die gesamte Errungenschaft an den überlebenden Ehepartner geht, sofern keine oder nur gemeinsame Nachkommen vorhanden sind.

Wann der Ehepartner alles erbt

Falls nur Errungenschaft vorhanden ist, fällt bei Vorhandensein eines entsprechenden Ehevertrages dem Hinterbliebenen Partner alles Vermögen zu. Das gilt insbesondere auch gegenüber gemeinsamen Kindern. Diese erben in diesem Fall erst, wenn auch der zweite Elternteil stirbt. Dann erhalten sie, sofern testamentarisch nichts anderes angeordnet wurde, die gesamte Erbschaft – vorausgesetzt der überlebende Elternteil hat nicht wieder geheiratet. Denn: Heiratet der verwitwete Partner und stirbt er vor seinem neuen Partner, erhält dieser neue Partner wiederum die Hälfte des Nachlasses. Im Ehevertrag, aber auch in einem Testament oder einem Erbvertrag, kann dieser Fall berücksichtigt werden. Mit einer sogennanten Wiederverheiratungsklausel kann beispielsweise geregelt werden, dass den Kindern der Teil ausgezahlt werden muss, den sie beim Tod des zuerst verstorbenen Elternteils bekommen hätten. Ein Ehevertrag muss zwingend von einem Notar beurkundet werden.

Testament

Ist neben der Errungenschaft, dessen Anteil mit einem Ehevertrag dem überlebenden Partner zugewiesen wurde, auch Eigengut des verstorbenen Ehegatten vorhanden, erhalten der überlebende Partner und die Kinder je die Hälfte davon. Um den überlebenden Partner zu begünstigen, können die Kinder mit einem Testament auf den Pflichtteil gesetzt werden. Sie erhalten dann nur noch 3/8 und der überlebende Partner bekommt 5/8. Auch Eltern haben Anrecht auf einen Pflichtteil, der ihnen nicht entzogen werden kann. Sind also keine Kinder vorhanden, aber die Eltern leben noch, kann mit Ehevertrag und Testamenten dafür gesorgt werden, dass die Eltern auf den Pflichtteil gesetzt werden und Ihr Anspruch möglich klein ist. Sie erhalten dann noch je 1/16. Leben nur noch Geschwister oder Nichten und Neffen, genügt ein Testament, mit dem Ehepaar als Alleinerbe eingesetzt wird. Ohne Testament würden diese einen Viertel erben.

Haben Sie noch Fragen zur privaten Vorsorge, dann zögern Sie nicht mich zu kontaktieren unter: 058 357 36 42

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